von Ottmar Sturm

Bei der Wahl zum Rat der Gemeinde Hemmingen im Jahr 1976 zeigte sich das traditionelle Bild: es traten wie gehabt Kandidaten der etablierten Parteien CDU, FDP und SPD an. Bei der nächsten Kommunalwahl im Jahre 1981 änderte sich das Spektrum: da gab es mit Günter Harder doch tatsächlich einen Einzelbewerber, einen von Parteien Unabhängigen, der so viele Stimmen der Wahlberechtigten auf sich vereinigen konnte, dass er entgegen allen Voraussagen einen Sitz im Rat der Gemeinde erringen konnte.

Schon bald war offensichtlich, dass Einer alleine im Gemeinderat wenig bewegen konnte. Da mussten weitere Unabhängige her. Zur Kommunalwahl 1986  traten mehrere Kandidaten für die Unabhängigen Hemminger (DUH) an: gleich Drei schafften auf Anhieb als neue Fraktion den Einzug in den Rat der Gemeinde Hemmingen. Das war der Durchbruch. Zur Verstärkung der  örtlichen  Präsenz  und  zur  Unterstützung  der  Fraktion gründeten Sympathisanten  am 1. Oktober 1987 einen eigenen politischen Verein, den DUH e.V.

Somit war die organisatorische Voraussetzung geschaffen, die zunächst im Wesentlichen auf Hemmingen-Westerfeld beschränkten Initiativen auf alle Ortsteile auszudehnen, die Aufgaben innerhalb der Unabhängigen auf mehr Schultern zu verteilen und weitere Einwohner in die kommunalpolitische Arbeit einzubinden. Gerade die Arbeit an der Basis, die persönlichen Gespräche vor Ort, die Veranstaltungen in den Ortsteilen waren und sind noch heute Grundlagen für den Erfolg während der vergangenen 25 Jahre.

Der DUH ist es  bereits in den Anfangsjahren gelungen, die verkrusteten politischen Strukturen in Hemmingen aufzubrechen und zwischen den Machtblöcken der CDU/FDP und der SPD/Grüne einen Puffer zu setzen und ausgleichend zu wirken. Die in der Vergangenheit oft festzustellende Unbeweglichkeit im kommunalen politischen Umfeld konnte durch die DUH zu mehr Kompromissbereitschaft gelenkt werden – zum Nutzen Hemmingens.